Abstruses Kopfkino
Ich stehe auf einer Straße und sehe…mich, fahrend in einem Auto. Dann geht alles ganz schnell. Das Auto bekommt immer mehr Geschwindigkeit und ich beobachte mich selbst dabei, wie ich im Wageninneren panischer werde und versuche das Unvermeidliche abzuwenden. In der nächsten Sequenz fliegt das Auto durch die Luft. Ich denke mir: Scheiiissee. Mein anderes Ich, das im Auto, sieht so aus, als denke es sich: Scheiiissee. Während das Auto durch die Luft fliegt, dreht es sich um 180 Grad und prallt unter Riesengedöhns mit dem Dach auf dem Asphalt auf. Da liegt es, qualmend. Die Räder in der Luft, sie drehen sich noch und ich, ich frage mich, ob ich das überlebt habe, sehe Menschen auf das Auto zustürmen. Sie versuchen, mich da rauszuziehen. Vor lauter Menschen sehe ich nicht, ob ich schon draußen liege, oder noch immer im Auto bin. Dann höre ich: “Sie ist tot. Nichts mehr zu machen. Sie ist tot.”
Ich stehe noch eine Weile da und begreife langsam, dass sie wirklich mich meinen. Dass ich gestorben bin. Einfach so bin ich aus meinem und dem Leben aller anderen verschwunden. Die Menschen dort vorne, die kenne ich nicht, aber manche weinen. Andere machen verzweifelte Gesichter. Nur ich bin die Ruhe selbst. Ich spüre keine Trauer, dass es nun vorbei ist. Okay, ich freue mich auch nicht unbedingt, aber ich nehme es hin. Ich bin tot. Schluss, Aus, Ende, Finito. Muss man akzeptieren. Überhaupt, wenn man selbst davon betroffen ist. Aber ich dachte, dass man mit einer gewissen Wehmut an die Hinterbliebenen zurück denkt, oder an all die verpassten Gelegenheiten, an all die Dinge denkt, die man noch tun wollte. Stattdessen war da nur innerer Frieden. Und ein bisschen Verwunderung darüber, dass alles an einem Schauplatz geschah, der eindeutig nicht Österreich ist.
Dann wache ich auf und bin nur ein bisschen verwundert, nicht entsetzt. Ich habe noch nie über meinen Tod, oder Unfälle geträumt. Ich habe noch nie von anderen Städten oder Ländern, als meinem Wohnort geträumt. Albträume, Ja. Aber die handelten meist davon, dass ich davonlaufe, mich verstecke. Das war nur ein Traum, ich bin verwirrt, aber nicht panisch. Das Einzige, was mich wirklich beschäftigt hat, war: Wieso fühlte ich mich bei allen anderen Albträumen immer panisch und bin schweißgebadet aufgewacht und jetzt, wo ich im Traum gestorben bin (verdammt nochmal, ich bin gestorben!!), war ich die Ruhe selbst. Sowohl während des Traums, als auch danach. Herrgott, wieso hatte Sigi Freud nur keinen direkten Nachkommen? Was ist mit euch? Habt ihr auch schon sowas gruseliges in euer Nachtkino eingebaut?
Facebook? Interessiert mich nicht! (Straft mich Lügen!)
Vor kurzem habe ich mein Facebookprofil aufgeräumt. Diverse Fotos, Fanseiten und Gruppen gelöscht, aber auch “Freunde”. Die sogenannten Freunde habe ich von 100undirgendwas auf 91 dezimiert. Von diesen 91 würde ich immer noch genug Leute finden, mit denen ich eigentlich nichts zu tun habe und sollte sie von daher löschen. Aber, und jetzt kommen wir zum erbärmlichen Teil meiner Persönlichkeit, ich bin zu neugierig! Vielleicht lachen sich jetzt ein paar Leute ins Fäustchen, aber die tun ja in Wahrheit auch nichts anderes, als hobbiemäßig Cyberstalking zu betreiben.
Was ich im realen Leben nicht beherrsche, dafür umso besser im Virtuellen: Listen. Ich pflege auf Facebook akribisch genaue Listen über meine 91 “Freunde”. Und je nachdem, wer in welcher Liste landet, verfügt er über Prioritäten, die andere nicht haben. So sehen meine engsten Freunde alles, Kollegen, Blogger und Schulfreunde manches, und der Rest nichts (was übrigens in die Kategorie “Erledigt sich von selbst” fällt – wenn diese Leute bemerken, dass sie nichts sehen können, löschen sie einen nämlich. Ist okay so, denn wer bei mir in der “Honk-Liste” landet, interessiert mich sowieso noch weniger als gar nicht. Warum ich diese Leute überhaupt noch unter den Freunden habe, ist eine andere Frage, die ich an dieser Stelle aus Unwissenheit unbeantwortet lasse.)
Dennoch stellt sich mir die Frage: wie sehr kann ich mich auf meine Listen und die Privacy Einstellungen verlassen? Ist man nicht trotzdem dank diverser Suchmaschinen sowas wie ein gläserner User? Und: will ich das? Es liegt halt in der eigenen Verantwortung, wie man sein Profil gestaltet, welche Fotos man von sich frei gibt, welchen Gruppen man beitritt und ich vergesse selbst oft genug, dass ich wirklich nicht anonym unterwegs bin, wenn ich Fan von x werde, oder der Gruppe Y beitrete. Ich sag mir: Ach, scheiss drauf. Das ist dein privates Profil. Da kannst du verdammt nochmal tun und lassen was du willst. Nein, kann ich nicht. Ich weiß nicht, wie sehr meine Privacyeinstellungen wirklich greifen. Ich weiß auch nicht, auf wievielen Fotos ich in diversen, mir unbekannten Profilen auftauche, weil ich zufällig neben dem Freund eines Freundes eines Freundes stehe. Geschweige denn, wie ich auf diesen Fotos aussehe. Werde ich getaggt und entspricht das Bild nicht dem, was ich einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen will, ist es ja noch leicht diesen Tag zu entfernen, aber die große Unbekannte bleibt stehen.
Außerdem, in einem Punkt sind wir uns doch beinahe alle gleich: Hat jemand, den wir cyberstalken, ein für Freunde von Freunden offenes FB-Profil, ereilt uns ein virtueller Orgasmus. Und weiß der Himmel, wer aller zu unserer Profilvorlage wichst. Und wie genau kam es dazu, dass es so interessant wurde, jedes x-beliebige Foto von sich online zu stellen? Egal ob in irgendeiner Discohütte oder vom letzten Städtetrip?
Als ich mir die Frage stellte das Profil gänzlich zu löschen, stieß ich auf einen inneren Widerstand, der sinnlos ist. Mal ehrlich: Wozu ist es da? Ich brauche FB nicht, um mit jenen in Kontakt zu bleiben, die mir am Herzen liegen. Fotos kann ich auch via E-mail oder Fotoplattformen mit ihnen teilen. Was meine Welt wirklich bewegt, erfahren sie im persönlichen Gespräch. Oder auf diesem Blog. Die zentrale Frage, auf die ich keine Antwort finde, ist: Wieso geht es heute nicht mehr ohne Social Network Plattformen? Man muss sich hüten, nicht die eigene Daseinsberechtigung entzogen zu bekommen, hat man kein Profil. Und hat man erstmal eines, will man nicht so einfach aufgeben seine Nase in das Leben anderer zu stecken, als würde sich dort der heilige Gral befinden. Ist mein eigenes Leben so unspektakulär, dass ich es 1. nicht schaffe meine “Freunde” auf eine Anzahl zu dezimieren, die dieses Wort wirklich verdient hat und 2. meine Onlinekativitäten mittlerweile jedes normale Maß sprengen?
An Punkt 2 trägt mein Job auch sein Schäuferl bei. Vor 7 Jahren habe ich in der Werbung angefangen, und zwar im stiefmütterlich betreuten Onlinebereich. “New Media” lautet meine Job Description. Ich verwende hier absichtlich Anglizismen, weil es mir selbst verdeutlicht, was ich geworden bin: eine von denen, die ich früher ausgelacht habe, weil sie eben “Job Description”, “too much” oder “Sorry, aber da bin ich nicht available” gesagt haben. Vor 7 Jahren habe ich diese Leute ausgelacht und wurde selbst stirnrunzelnd angesehen, als ich “New Media” gesagt habe, wenn man mich nach meinem Job fragte. Heute rufen haufenweise Berater an, die uns über Social Media Maßnahmen aufklären wollen und wie sie uns bei diesen helfen können. Als ob wir gestern vom Baum gefallen wären.
Mein Arbeitsalltag sieht also so aus, dass ich nebst Contentwartung (schon wieder eines der Anglizismen, gegen die ich mich so gewehrt habe, als ich noch unschuldig war) auf der Website, ständig auf Plattformen wie Twitter, FB, Foren, etc unterwegs bin und recherchiere, was ich twittern, retweeten oder posten kann. Was wird wo über uns geschrieben,was kann man noch publizieren, wo gibt es Verbesserungspotenzial, wie ist die Google Rank, etc. In letzter Zeit ist mir nicht nur ein Mal passiert, dass ich auf dem beruflichen Twitteraccount etwas twittern wollte bzw getwittert habe, was für den Privaten bestimmt war. Persönlichkeitsspaltung. Hört sich jetzt lustiger an, als es ist. Vermutlich lande ich irgendwann auf der Couch eines Psychologen um bestätigt zu bekommen, dass meine Persönlichkeitsspaltung außerhalb aller therapierbaren Grenzen liegt. Das Schlimmste aber ist: Ich kann nicht aufhören. Weil ich sonst den Anschluss verliere. Und irgendwie..irgendwie will ich es auch nicht. Denn jedes Mal, wenn ich mir denke einen Wissensstand erreicht zu haben, mit dem etwas anzufangen ist, bekomme ich von Kollegen Links zugeschickt, deren Existenz mir bis dato nicht bekannt waren und die mir erleichtern sollen gesetzte Maßnahmen noch weiter zu optimieren. Dann denke ich mir: Verdammte Scheisse, ich hab ja Null Ahnung.
Fazit: Irgendwie komme ich aus dem Ganzen nicht raus und man soll ja auch nicht die Hand beißen, die einen füttert. Nur habe ich mir eben mal den ganzen Wahnsinn vor Augen geführt und dieser Wahnsinn ist mir zu gleichen Teilen egal, wie er mich verängstigt. Der Wahnsinn wird irgendwann normal. Das ist mir egal. Und es verängstigt mich. Also was soll´s. Entziehen kann ich mich eh nicht. Aber ich kann ein bisschen nachdenken, welche Bilder/Links online gestellt werden, welchen Gruppen ich so beitrete, in welchem Maß ich Persönliches veröffentliche und wann´s denn mal genug ist.
Findelkind
Gestern: Glückselig, weil für mich bereits Wochenende, schlendere ich durch den größten Supermarkt auf meinem Heimweg und will mir ausnahmslos leckere Sachen für mein verlängertes Wochenende kaufen. Just, als ich mich mit einer älteren Dame um die letze Packung Hühnerfilet prügle, läutet mein Handy. Ihren Kopf in meiner rechten Armbeuge, mit der linken Hand nach dem folierten Stück Fleisch greifend, halte ich kurz inne um zu hören, ob das Läuten wirklich aus meiner Tasche kommt. Ja! Damn! Den kurzen Moment meiner Unachtsamkeit ausnützend, schlägt sie mir daraufhin mit ihrer Gehhilfe auf beide Kniescheiben und ich sacke ächzend zu Boden.
Angesichts des Pensionistengerangels vor der Fleischtheke, könnte es sich durchaus so abgespielt haben, aber ich bin ja ein höflicher Mensch. Leider. In Wahrheit hat die Alte meinen unachtsamen Moment ausgenutzt, sich das Fleisch gegriffen und schlich unter dem lautem Klackern ihrer Gehhilfe triumphierend davon. Ich, deren rechte Hand somit ins Leere greift, habe inzwischen das Handy in der anderen Hand, erblicke “Anruf M” auf dem Display und blaffte ob meiner Niederlage “WAS?” ins Telefon.
M: Hast du Zeit? Schaust du bitte bei mir vorbei?
H: Kommt drauf an.
M: Auf was?
H: Kommt drauf an, ob du Hühnerfilet hast. Denn meines ist gerade wegen dir in die Pfanne einer anderen Köchin geflattert!
M: Nein, Huhn habe ich nicht. Aber Rinderfilet.
H: Dann mach was draus und ich komm vorbei. Was gibts überhaupt?
M: Mir ist eine Katze zugelaufen.
H: Juchuuuu. Eine Babykatze?
M: Nein.
H: Oh. Naja..Hm. Nagut, ich komm trotzdem.
Ich betrete eine Stunde später M´s Wohnung und da, wo früher mal ein Vorzimmer war, steht jetzt ein Katzenpalast. Noch nicht fertig zusammengebaut, aber das Bild auf dem überdimensionalen Karton verspricht, dass alle Teile zusammengesteckt mal einen Katzenpalast ergeben. Außerdem türmen sich Federwedel, Stoffmäuse, Klingelbälle (Ha! Solche Einkäufe büßt man IMMER Nachts gegen 4:30. Tagsüber sind Klingelbälle für Katzen nämliche absolut uninteressant.) und haufenweise Futter.
H: Sag mal, wann ist dir die Katze denn zugelaufen?
M: Heute Vormittag.
H: Und dann bist du gleich losgerannt und hast alle Utensilien für eine Katzenwohnung gekauft?
M: Äh. Ja.
H: Vielleicht gehört die wem?! Hast du schon alles gecheckt? Tierheime etc angerufen.
M: Ja. Alles geklärt. Hab auch in Foren eine “Gefunden” Anzeige aufgegeben.
H: Ist sie gechipt?
M: Was? Chips?
H: OB! SIE! GE-CHIPT! IST! Warst du beim Tierarzt?
M: Ach, dachte das gibts nur für Hunde. Nö. Keine Ahnung. Ich hab sie ja erst seit ein paar Stunden.
H: Naja in der Zeit hättest du schon zu einem Arzt gehen können. Aber stattdessen kauft Monsieur lieber die Tierhandlung leer. Na, zeig mal her, das Bündel.
Was sich mir daraufhin präsentiert ist eine weiß-getigerte Katze, groß, sehr dreckiges Fell, recht abgemagert und sie stinkt nach Kaka. Von Schüchternheit keine Spur. Als wir “ihr Zimmer” betreten gurrt sie uns an, kommt her und schmiert das Kaka aus ihrem Fell an unseren Hosenbeinen ab. Großartig. Ich hole Handtücher, lasse in der Zwischenzeit lauwarmes Wasser in die Badewanne ein, stecke sie in die Wanne und dusche sie ab. Nichtmal gekratzt hat die mich, vielmehr lässt sie die Spabehandlung kommentarlos über sich ergehen. Als das Katzentier blinkt wie ein frisch polierter Goldnugget, frottiere ich sie mit den Handtüchern ab und schaue, wie ihr der Föhn gefällt. Auf mittlerer Hitze und kleinster Stufe halte ich den Föhn erstmal in Richtung Hinterteil und warte die Reaktion ab. PLUMPS. Sie lässt sich auf den Rücken fallen, reckt alle Viere nach oben und beginnt unter dem warmen Föhnstrahl zu schnurren, als gäbe es nichts besseres auf der Welt. Aha. Ist das wirklich eine Katze??!?! Komplett trocken inklusive kesser Föhnwelle trage ich den Wattebausch die Katze nach draußen und rufe meinen Tierarzt an. Ja, wir hätten da ein Findelkind, aber keinen Transportkorb. Okay, er kommt nach Ordinationsschluss vorbei. Ob ich ihr denn was zu Essen geben darf. Sie sieht zwar äußerlich überhaupt nicht krank, dafür aber umso hungriger aus. Ja, darf ich. Aber nur ein bisschen. Und nur Trockenfutter oder ein leicht bekömmliches Nassfutter. Okay, na mal sehen was der M da gekauft hat.
Trockenfutter Outdoor (I mean…whaaaat? Nur weil die Katze von draussen kommt, braucht´s doch kein Outdoorfutter.)
Trockenfutter Indoor (Sinnvolle Investition)
Trockenfutter Senior (…)
Trockenfutter Junior (!!!)
Trockenfutter Anti Haarballen & seidiges Fell (!!!!!!!!!!!!!!!!!! Blöder Schnösel!)
Trockenfutter Sensitive (Oh Herr, du hast M für zwei Sekunden ein Hirn geliehen. Danke!)
Nassfutter Huhn (Oh Herr, du warst gut aufgelegt und hast M für weitere 3 Sekunden ein Hirn geliehen! Darf er es behalten?)
Nassfutter Thunfisch und Eier (Oh Herr, du hast es ihm wieder weg genommen. Warum?? Thunfisch und Eier in einer Dose zusammengepanscht..is ja ekeligst!)
Nassfutter Ente & Kaninchen (Naja…)
Nassfutter Hühnerfilet (OH! … Soll ich.. nein, das sind ja kleine Streifen. Ich brauch das Filet ja im Ganzen.)
Ich entscheide mich aus nachvollziehbaren Gründen das Hühnerfilet der Katze zu überlassen, öffne die 85 Gramm Dose und gebe ihr die Hälfte in einen extra für sie gekauften Napf. Zum Vergleich: Nach fast 15-jähriger Freundschaft habe ich bei M nichtmal meine eigene Kaffeetasse. Nachdem die Kleine ihre Miniportion verschlungen hat, starrt M mich vorwurfsvoll an. “Gib ihr doch den Rest auch noch” sagt er und ich blicke zur Katze. Die sieht mich ebenfalls vorwurfsvoll an. Ihr Blick suggeriert mir: “Was bist du nur für eine herzlose Katzentante. Wer soll den von sowas satt werden? Zum Glück hat mich dieser gutmütige Vollpfosten neben dir gefunden und nicht du. ER kauft mir nämlich alles, was ich will.” Und wie zum Beweis trappelt sie an mir vorbei und schmiegt sich an M´s Bein, der sie natürlich sofort hoch hebt und ganz verzückt “Ooooh, sie mag mich” sagt. “Sie mag mich…sie mag mich” äffe ich ihn nach, räume die Dose weg und murmle in mich hinein: Wenn der Tierarzt sein OK gibt, dann gebe ich ihr eh mehr. Wer weiß, wie lange die nichts gegessen hat. Wenn sie sich jetzt überfrisst, kriegt sie Dünnschiss und kackt hier die Bude zu….wobei…Moooomeeeent, is ja nicht meine Wohnung. Hä hä hä…ich würde es M gönnen, aber Dünnschiss ist unangenehm genug. Außerdem hab ich der Katze gerade den Arsch gewaschen. Meine Arbeit soll schließlich nicht umsonst gewesen sein.
Der Tierarzt kommt wie versprochen am Abend vorbei und ich bin diejenige, die ihm die Katze übergibt. Natürlich ernte ich dafür all ihre Verachtung. Schon klar..bin der böse Cop. Außer einem verwahrlosten Zustand ist nicht viel zu erkennen, nichtmal Fieber hat sie. Er gibt uns Tabletten für eine Wurmkur und sagt M, er soll die Katze zum Impfen vorbei bringen, wenn sie besser im Futter steht.
Warum erzähl ich das alles eigentlich? Weil mir momentan nichts besseres einfällt? Wahrscheinlich! Naja, jedenfalls wird M die Katze behalten, sollte sich niemand melden und Besitzansprüche erheben. Ich warne M noch davor, sich in sie zu verlieben, bevor nicht alles geklärt ist, aber es ist längst zu spät. “Wie soll ich sie nennen?” fragt er mich. “Keine Ahnung, benenne sie nach mir. Als sie mich so empört angesehen hat, weil Madame nicht bekommen hat was sie wollte, entdeckte ich gewisse Parallelen. War jetzt nur ein Spaß, bitte. Ich verlange nicht, dass du deine Erstgeborene nach mir benennst. Wann gibt´s eigentlich Essen? Oder wenigstens ein Glas Wein?” – “Doch…das ist keine üble Idee. Ich benenne sie nicht direkt nach dir, aber nach deinem Alter Ego. Holly! Sie wird Holly heißen.” – “Großer Gott…wahrscheinlich bekommt sie auch noch ein Halsband von Tiffanys. Ich glaube, ich bin eifersüchtig. Hol endlich den Wein, Miniholly muss doch getauft werden.” Doch man hört mich schon längst nicht mehr. M und Holly schnurren in trauter Zweisamkeit auf der Couch. Und ich? Ich hole mir den Wein selbst aus dem Keller und geselle mich zu unserem neuen Dreamteam ins Wohnzimmer. Ich liege auf meinem heißgeliebten Relaxsessel, der meiner Ansicht nach eine gepolsterte Version hätte sein können, um das Maximum an Bequemlichkeit zu erreichen. Aber M, dieser Style-Nazi, musste ja zu Leder greifen. Natürlich in der ergonomisch-stylishen Slim-Form. Auf dem Glastisch neben mir steht die Flasche Wein, zwei Gläser und ein Aschenbecher. Mehr passt auch nicht drauf. Ich zünde mir eine Zigarette an, trinke vom Wein und sehe zu M und Holly rüber. Sie sehen zufrieden aus, die Zwei. Und ich? Liege hier auf einem Relaxsessel und bin nur mäßig relaxed. Ich will auch eine Katze sein. Mit einem Besitzer wie M, der mich lieb hat. Nicht so eine mäßig aussehende Trulla mit nervenaufreibendem Job und Gewichtsproblemen. Ohne Hühnerfilet. But there´s an End, my friend. There´s an end. Und ich lasse mich in diesem weinschwangeren Moment vom passenden Lied beschallen.
Dublin
Wer von euch war denn schon in Dublin und kann mir Tipps geben? Also Tipps bezüglich
- Wo schön und preislich angemessen wohnen?
- Wo gibt man sich die Kante?
- Was gibt´s zu unternehmen (insbesondere Trips in die hiesigen Nationalparks!)
- Wie kommt man am besten in die Parks (geführte Touren oder doch lieber ein Auto ausborgen)?
- Wie lange sollte man sich für eine Irlandreise Zeit nehmen, um Sightseeing in Dublin und Fahrten ins Umland/Parks unter einen Hut zu bringen?
- Autofahren: Brandgefährlich oder Pillepalle für eine Frau mit jahrelanger Lenkerfahrung, die jedoch einen Bleifuß hat und gewohnt ist, auf der linken Seite des Fahrzeugs zu sitzen?
- Do´s and Dont´s in Irland
- Der irische Mann: Objekt lüsterner Begierde oder sieht er höchstens neben einer Mülltonne mäßig attraktiv aus?
Falls ihr zu dem Thema was sagen könnt, ab in die Kommentare damit. Thx!


